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Was bedeuten eigentlich genau „Schriftform“ und “Textform”? Ist damit nur das Papieroriginal gemeint?

Die Digitalisierung dringt immer weiter vor und erobert stetig neue Lebensräume. Schon heute ist für viele Menschen das nur zehn Jahre alte Smartphone nicht mehr wegzudenken. Und dennoch leben wir in Zeiten, in denen die Digitalisierung neben den alten Technologien steht.

So ist es auch mit der Post. Post kommt ausgedruckt und teilweise unterschrieben auf Papier.

Papier und Tinte waren die Technologien des ausklingenden 19. Jahrhunderts, sie waren billig und für Jedermann verfügbar. Deshalb ist im Jahre 1900 die häufig genannte „Schriftform“ in das deutsche bürgerliche Gesetzbuch (BGB) aufgenommen worden. Dabei bedeutet Schriftform gem. §126 Abs. 1 BGB das eigenhändig auf dem Papier mit dem eigenen Namen unter dem Text geschrieben werden muss.

Aber in Abs. 3 heißt es inzwischen auch: Die schriftliche Form kann durch die elektronische Form ersetzt werden, wenn sich nicht aus dem Gesetz ein anderes ergibt.

Diese Änderung ermöglicht die Überführung dieser alten Technologie in das Zeitalter der Digitalisierung.

Übrigens wird die Textform, die umgangssprachlich oft mit Schriftform vertauscht wird, in § 126b BGB geregelt und sieht vor, dass man den Inhalt der Erklärung und den Erklärenden erkennen und beides dauerhaft abrufbar speichern kann, was auch mit einem PDF gegeben ist. Dafür bedarf es also ebenfalls keines Papiers.